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Im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung und Technisierung der Arbeitswelt im Allgemeinen, aber auch der Immobilienwirtschaft, die sich nun langsam aber merklich mit gewissen Zukunftsthemen auseinandersetzt, wird das Management der Veränderungsprozesse immer wichtiger.

Das Team um Dr. Wagner & Partner von Value for Workplaces hat sich bereits frühzeitig mit relevanten Themen wie dem Change Management auseinandergesetzt. Lesen Sie dazu gerne eine Auswahl vorheriger Publikationen wie zum Beispiel „Change Management 101 – Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser“ oder „Change Management im technologischen Wandel – Wenn Arbeitsplätze redundant werden“.

Change Management ist ein Thema, welches in der Arbeitswelt polarisiert, da es ein Lager gibt, welches behauptet, dass künstliches Change Management niemals funktionieren könne und Wandel von sich aus geschehen müsse, während das andere Lager argumentiert, dass eine Firma nur dann erfolgreich innovieren kann, wenn sie sich dezidiert der Thematik widmet und dafür Ressourcen aufwendet.

Wachstum durch Wandel (Source: Pixabay)

Wachstum durch Wandel (Source: Pixabay)

Grundsätzlich sind wir der Meinung, dass ersteres Lager vielleicht bei jungen Startups oder extrem innovationsgetriebenen Geschäftsmodellen Recht haben könnte, die Komplexität des Wandels jedoch mit Skalierung zunimmt und Change Management auch dort von Vorteil sein könnte. In hierarchisch, klassisch top-down orientierten Unternehmen, die ihre Geschäftsprozesse nicht stetig innoviert haben, wie es in der Immobilienbranche der Fall ist, funktioniert es nicht ohne aktives Management des Wandels.

Change – Komplexer als gedacht

Fakt ist jedoch, dass leider über 80% aller digitalen Transformationen unternehmens – sowie industrieübergreifend scheitern, weshalb das Thema Change Management bzw. das Management von Digitaler Transformation besonderer Beachtung bedürfen. In diversen Analysen, praxisbezogenen Case Studies und akademischen Arbeiten kamen immer wieder ähnliche Prädiktoren für das Scheitern von Transformationsprozessen zu Tage.

Oftmals liegt es an einer unzureichenden IT-Infrastruktur, die es unmöglich macht mit allen Daten zu arbeiten oder Softwareprojekte zu realisieren, wobei sich dies „relativ“ leicht beheben lässt und eher finanzielle Ressourcen benötigt. Komplizierter ist die Behebung des Talentemangels und die Schaffung von Digitaler Kompetenz im gesamten Unternehmen, da gerade heute viele Mitarbeiter in höheren Positionen keine Digital Natives sind. Die Kur dafür sind interne Schulung, die Akquise digitaler Talente und im Extremfall auch der Abbau von Stellen, die den Wandel aktiv blockieren. Ferner sind finanzielle Ressourcen oft ein heikles Thema, da eine Digitale Transformation nicht bei Investment X zu Return Y führt, was gerade in Unternehmen der Finanz – und Immobilienbranche eine weitverbreitete Denke ist. Es muss daher eine Fehlertoleranz geschaffen werden, die eher als Lernkurve gesehen wird und anstatt finanziellen Return, Erfahrung und Lernen, setzt. Hinzu kommen weitere Faktoren wie die Unternehmenskultur, Arbeitsstrukturen, Arbeitsplätze und das Management.

Das Management – Nur so funktioniert Change

Dies ist für viele Mitglieder der C-Level Ebene ein leidiges Thema, da diese normalerweise eher delegieren und gewohnt sind, dass man ihre Weisungen befolgt, sie demnach ihren Wünschen anpasst. Schnell wird jedoch klar, dass gerade technologischer Wandel nur dann vom Erfolg gekrönt ist, wenn sich auch das Management entsprechend wandelt, sich digital schult und eine Vorbildfunktion für unsichere Mitarbeiter oder Digitalisierungsskeptiker darstellt.

Denn es wäre einfach nicht glaubhaft anzuordnen, dass sämtliche Dokumente digital bearbeitet werden sollten, während sich der Vorstand noch die Email ausdrucken lässt und keine Lust hat sich absolute Grundkenntnisse in algorithmischer Datenverarbeitung anzueignen. Das Argument, man habe gute Zuarbeiter und Experten im Team, zählt nicht, da das Management zumindest Grundkenntnisse haben sollte, um die präsentierten Informationen richtig einzuordnen und darauf basierende Entscheidungen zu treffen.

Im Idealfall sollte das Management von Personen geprägt sein, welche für die Thematik brennen, sich proaktiv dem Wandel stellen, Mitarbeitern Hilfestellung bieten, Angst vor dem Unbekannten nehmen und die mit fachlicher Kompetenz vereinen.

Im Juli 2015 hat das Team um Dr. Wagner & Partner einen spannenden Artikel zum Thema „What would a workspace on Mars look like?“  geschrieben, um aufzuzeigen, was ein zukünftiger Arbeitsplatz auf einer permanenten Mars Siedlung erfüllen müsste.

Dies geschah im Zuge des Mars One Projekts, welches anstrebt die erste permanente Besiedlung des roten Planeten zu ermöglichen. Das Projekt startete vielversprechend und unter großer medialer Aufmerksamkeit, jedoch mussten wichtige Meilensteine, wie der erste unbemannte Flug zum Mars, nach hinten verschoben werden. Aus diesem Grund hat sich der Aktienwert der dazu gegründeten Mars One Ventures AG von über 9 Euro im Jahr 2016 auf einen derzeitigen Kurs von 0,14 Euro (Stand: 14 Dezember 2016) verringert. Dies ist als Zeichen der Ungewissheit über die Erfolgsaussichten dieses ambitionierten Projekts zu sehen.

Die Besiedlung des Mars

Nichtsdestotrotz hat sich die Faszination bezüglich des roten Planeten nicht geschmälert, sondern es werden regelmäßig neue Filme, Dokumentationen und Artikel veröffenlicht, die das Leben auf dem Mars darstellen. So hat nun auch der Fernsehsender National Geographic eine weitere Dokumentationsreihe unter der Regie von Ron Howard und Brian Grazer produziert, die einerseits wissenschaftliche Inhalte vermittelt und andererseits eine fiktionale Zukunftsvision über den Mars miteinander vereint. Jetzt fragen Sie sich vielleicht, was das bitte mit der Immobilienwirtschaft zu tun hat?

Leben auf dem Mars (Source: Pixabay)

Leben auf dem Mars (Source: Pixabay)

Auf den ersten Blick nicht viel. Jedoch hat die Scout24 Gruppe, zu der unter anderem Immobilienscout24 gehört, einen wahrlich galaktischen Marketingstunt vollzogen. Zum einen konnte man über Autoscout24 eine Rakete zum Mars „erwerben“ und so auf Immobilienscout24 ein Penthouse auf dem Mars zu einem Preis von € 890 Millionen bewundern  .

Virtual Reality Spaziergang auf dem Mars

Der Grund für diese gelungene und kreative Marketingaktion war der angestrebte Roll-Out der Virtual Reality Rundgänge auf Immobilienscout24, welche bis dato erst bei circa 1000 Objekten verfügbar waren. Immobilienscout24 möchte sich somit klar als technologischer Innovator im Immobilienbereich positionieren, indem Virtual Reality als neue Leistung bei der Exposéerstellung angeboten wird.

Aus rein technologischer Sicht ist ein 360° Video oder auch eine 3D-Simulation eines Objekts noch keine Virtual Reality im engeren Sinne, sondern ein Meilenstein auf dem Weg zu einer real anmutenden, simulierten Realität, welche zum Täuschen echt sein sollte. Die Virtual Reality Immersion, welche virtuelle und reale Welten verschmelzen lassen soll, bedarf noch höherer Rechenleistungen, besserer 3D Modellierungen und vor allem weiteren sensorischen Stimuli, abseits der optischen Komponente.

Es wäre jedoch falsch die derzeitigen Vorstöße bei der VR-Technologie abzutun, sondern sie sind ein Teil eines noch länger andauernden Innovationsprozesses, indem Immobilienscout24 mit einigen anderen Technologieunternehmen konkurriert.

So hat zum Beispiel Allplan bekanntgegeben, dass das Unternehmen eine Virtual Reality Integration für seine Plattform bim+ entwickelt hat und diese im kommenden Frühjahr vorstellen möchte. Das Tool soll Bauherren ermöglichen virtuelle Rundgänge durch ein fertig konzipiertes BIM Modell zu machen und mit anderen BIM Lösungen kombinierbar sein soll.

Vielleicht wird im Jahr 2060 kein Gebäude mehr ohne virtuelle Vorbesichtigung  projektiert werden und einen VR-Rundgang dem digitalen Käufer von Morgen bereits bei der Entscheidung genügen. Es könnte aber auch sein, dass wir irgendwann eine Virtual Reality dem echten Leben auf der Erde, oder dann sogar dem Mars, vorziehen, und nur noch in einer Kapsel vegetieren, während wir in unserer künstlichen Realität leben wie ein König. Die Zukunft ist nicht nur spannend und ungewiss, sondern näher als man es oftmals vermutet.

Wer von Ihnen hätte vor zwei Jahren gedacht, dass man im Jahr 2016 einen ersten virtuellen Spaziergang durch eine Immobilie auf dem Mars machen können wird?

Viel wird über das Arbeiten der Zukunft spekuliert. Technokraten gehen davon aus, dass der Mensch als Produktivitätsfaktor gänzlich redundant gemacht werden kann. Der Schlüssel dazu ist die Automatisierung, basierend auf Künstlicher Intelligenz, Robotik und weiteren Technologien, über die Sie zum Beispiel in dem Artikel „5 Technologien, die die Immobilienwirtschaft 2016 verändern“ lesen können.  Auch das Team von Value for Workplaces um Dr. Wagner & Partner hat sich bereits mit den Implikationen technologischer Disruption beschäftigt und in dem Blog „Wie wird Corporate Real Estate Management durch Technologien der Zukunft verändert?“  einige Erkenntnisse zusammengetragen.

Wir sehen die Zukunft bei weitem nicht arbeitslos und menschenleer, sondern sehen viel mehr Synergien von Technologie und Arbeit. Menschen werden mehr Zeit für kreative Wertschöpfung haben und weniger mit repetitiven Tätigkeiten zubringen müssen. Dies verlangt uns einiges an Training und kognitiver Offenheit ab, weshalb es mit Sicherheit neben neuen Jobs auch viele Verlierer geben wird. Der Wandel lässt sich jedoch nicht aufhalten, weshalb wir uns nun die Frage gestellt haben, wie ein Connected Office, ein weiterer Trendterm der Digitalisierung, aussehen könnte.

Was ist ein Connected Office?

Ein Connected Office soll mehr darstellen, als ein mit ICT (Information & Communications Technology) bepacktes, statisches Gebäude. Es beschreibt viel mehr die volle Integration digitaler Prozesse in den Arbeitsalltag sowie die technologische Optimierung am Arbeitsplatz. Auf Ebene der Hardware bedeutet es, dass skalierbare Rahmenbedingungen wie ein schneller Internetzugang, smarte Haustechnik und vernetzte Endgeräte notwendig sein werden. Es geht also darum das Internet of Things in ein Büro zu holen und sinnhaft zu integrieren.

Connectivity - Nicht nur am Rechner, sondern im Office (Source: Pixabay)

Connectivity – Nicht nur am Rechner, sondern im Office (Source: Pixabay)

Daten – Wichtiger Bestandteil im Connected Office

Die erzeugten Daten, sei es von Seiten der Immobilie oder des Unternehmens, müssen möglichst sicher gespeichert werden. Dazu können eigene Server, Cloud-Lösungen oder verteilte Datenbanken genutzt werden, die jedoch allesamt einen hohen Schutz vor Malware und Hackern bieten sollten. Auch wenn Daten für viele nicht sexy sind, sind sie wichtiger denn je und müssen entsprechend behandelt werden. Dazu lesen Sie mehr im Artikel „Daten, Datenräume & Sicherheit“.  Der Zugang zu den Daten muss ortsunabhängig für Berechtigte möglich sein und stets synchron sein, sodass der produktiven Arbeit keine Steine in den Weg gelegt werden.

Was bedeutet das Connected Office für die Belegschaft?

Zum einen bedeutet es, dass die physische Anwesenheit eines Mitarbeiters nichtmehr zwingend notwendig sein wird, da es sich auch über eine sichere Verbindung von zu Hause, oder sonst wo auf der Welt, mit seiner virtuellen Maschine verbinden und arbeiten lässt.

Der Anreiz ins physische Office entsteht in Zukunft also nicht mehr durch Zwang oder die technische Connectivity, sondern durch eine metaphysische Connectivity, nämlich das Gemeinschaftsgefühl. Das Office wird also ein Community Space, ein Ort an dem sich Mitarbeiter begegnen wollen. Auch das wird den Arbeitgebern ein Umdenken, hinsichtlich der flexiblen Nutzungskonzeption von Officeflächen abverlangen. Eine Teeküche und eine Kantine werden nicht ausschlaggebend sein, sondern eher die Orientierung an einem gut konzipierten Co-Working Space. Junge Talente werden nur durch ein adäquates Arbeitsplatzkonzept angelockt werden können, weshalb hier rascher Handlungsbedarf besteht, um sich einen Wettbewerbsvorteil sichern zu können.

Dieser Austausch von Mitarbeitern, online sowie offline, führt auch zu Schwarmintelligenz. Open Innovation Prozesse sollten demnach genutzt und gefördert werden.

Wie sieht es mit Automatisierung aus?

Connectivity, bedeutet auch den Austausch von Daten über den Zustand eines Objekts, den Stand von Arbeitsprozessen und vielem mehr. Dies öffnet Tür und Tor für sinnhafte Automatisierung, sei es bei der Datenablage oder dem Ordern von Büroartikeln. Dazu werden in Zukunft auch keine Apps mehr benötigt.

Die Automatisierung ist somit kein Damoklesschwert, sondern ein Mittel zur Effizienzsteigerung. Mitarbeiter, die am Zahn der Zeit geblieben sind, werden überproportional profitieren, wenn sie an der Schnittstelle von Menschen und Technologie fähig und kreativ sind.

Fazit – Eine Überlegung wert

Es schadet keinem Unternehmen sich frühzeitig mit Innovationen zu beschäftigen und dabei auch an die eigenen Nutzungskonzepte der Büroimmobilien zu denken, da diese noch meist das Zentrum der Arbeit bilden. Die Wirkungen der zunehmenden Technisierung sind noch nicht überall zu spüren, befinden sich jedoch im Wachstum, teils exponentiell.

In der Vergangenheit wurde viel über das Paperless Office geschrieben. So kam es, dass bereits in den 70er Jahren  zum ersten Mal über eine zukünftige Arbeitswelt ohne Papier philosophiert wurde. Im Zuge der beginnenden Digitalisierung um die 2000er Jahre rückte das Going Paperless in greifbare Nähe. Kurioserweise wurde dieser Traum bis heute nicht erfüllt.

Da sich das Team um Dr. Wagner und Partner – Value for Workplaces bereits seit geraumer Zeit mit Themen der Digitalisierung sowie ihren Implikationen für die Immobilienwirtschaft beschäftigt, wollten wir in diesem Artikel eruieren wie es um das Paperless Office derzeit bestellt ist.

Was ist das Paperless Office?

Die Bedeutung des Terms liegt augenscheinlich in der einfachen wörtlichen Übersetzung, nämlich dem papierlosen Büro. Diese simplifizierende Interpretation würde jedoch dem Konzept nicht gerecht werden, auch wenn es oftmals extrem vereinfacht dargestellt wird. Aus unserer Sicht ist dies auch einer der Gründe, weshalb sich das Konzept noch nicht durchsetzen konnte.

Das Paperless Office - Eine Utopie (Source: Pixabay)

Das Paperless Office – Eine Utopie? (Source: Pixabay)

Die Intention des Konzepts ist es natürlich, alle Dokumente digital abzuspeichern und die Nutzung von Papier zu verhindern. Als nachhaltig orientiertes Unternehmen oder als umweltbewusste Privatperson liegt der ökologische Vorteil auf der Hand: Es werden weniger Bäume gefällt und generell weniger endliche Ressourcen benötigt.

Auch aus ökonomischer Sicht macht die Papiervermeidung Sinn, denn die einzelnen Druckaufträge im Unternehmen führen kumuliert zu hohen Kosten. Ebenfalls muss bedacht werden, dass im Zuge der Digitalisierung einige Dokumente in Print, aber auch in digitaler Form existieren, diese aber aufgrund unterschiedlicher Bearbeitungsstadien und Nichtsynchronisierung unterschiedlich sind. Dies führt dazu, dass man oft nicht weiß welches Dokument aktuell ist, wer es abgeändert hat und wo die aktuelle Version abgelegt wurde. In Zeiten, in denen auch die Immobilienwirtschaft von Big Data träumt und sich langsam an das Thema herantastet, scheinen solche Datenbrüche nicht förderlich.

Probleme beim Going Paperless

Eines der Probleme ist, wie bereits angesprochen, die Vereinfachung des Konzepts. Viele Umsetzungen scheiterten in der Vergangenheit daran, dass das Management eine Umstellung beschlossen hatte, ohne die Gründe dafür zu kommunizieren oder Papiervermeidung von Mitarbeitern zu begünstigen. Ein klassischer Fall für Change Management, worüber Sie übrigens in den Artikeln Change Management 101 – Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser  und Change Management im technologischen Wandel – Wenn Arbeitsplätze redundant werden  lesen können.

Wie kann es funktionieren?

Es müssen Datenmanagementsysteme sowie Datenbankenstrukturen geschaffen werden, die sich durch eine hohe Nutzerfreundlichkeit auszeichnen und somit den Umstieg zum rein digitalen Datenmanagement vereinfachen. In dem Artikel Daten, Datenräume & Sicherheit  haben wir über den sicheren Umgang mit den Daten berichtet.

Gerade bei solchen digitalen, teils komplexen Transformationsprozessen ist eine transparente Kommunikation und auch Training bezüglich neuer, IT gestützter Prozesse unabdingbar. Ihre Mitarbeiter müssen erfahren, wie sich eine Einsparung positiv, aus ökonomischen sowie ökologischen Gründen, für das eigene Unternehmen auswirken würde.

Es gilt eine Strategie auszuarbeiten, wie Sie stufenweise Papiernutzung einschränken können, ohne Ihre Geschäftsprozesse zu stören oder Mitarbeiter zu überfordern. Sukzessive können Sie Ihr Unternehmen zum Paperless Office transformieren und nur noch wirklich notwendige Dokumente drucken. Dafür muss es selbstverständlich einen unternehmenseigenen Online Guide geben, der klar definiert was gedruckt und wo abgelegt werden muss (z.B. aus rechtlichen Gründen). So ist es denkbar, dass die Künstliche Intelligenz irgendwann diese Tätigkeit übernehmen wird und automatisiert entscheidet welche Dokumente dringend in Print existieren müssen.

Eine Überlegung Wert

Die Benefits von Kosteneinsparung über eine bessere Ökobilanz Ihres Unternehmens haben wir bereits adressiert. Ein weitere wichtiger Gesichtspunkt ist jedoch, dass Studien gezeigt haben, dass sich gerade junge IT-Talente einen digitalen Arbeitsplatz wünschen und nannten explizit das Paperless Office als Kriterium für eine Arbeitgeberwahl. Wie groß dieser Einfluss in der Realität ist, vermag niemand zu sagen, jedoch zeigt es auf, dass sich die Ansprüche gewandelt haben.

 

Es kommt langsam Bewegung in die Digitalisierung der Immobilienbranche. Und so entstehen immer mehr PropTechs beziehungsweise CRETechs, also Startups mit digitalen, immobilienwirtschaftlichen Geschäftsmodellen, die unsere Branche verändern wollen (siehe Gewerbe Quadrat). Manche Vordenker   sind gar der Meinung, dass es keine Prozesse gibt, die durch Technologien nicht optimiert werden könnten. So verwundert es wenig, dass nun auch der Transaktionsprozess in den Fokus der neuen Riege drängt. Aus diesem Grund haben wir bei Dr. Wagner & Partner uns ebenfalls entschlossen, auf das Thema einzugehen.

Ein langer Weg, mit hohen Kosten

Sie kennen es vermutlich selbst. Die Komplexität eines Transaktionsprozesses, begonnen bei der Suche nach dem passenden Objekt oder geeigneten Käufern, der Initialprüfung nach offensichtlichen K.O. Kriterien, die Verhandlungen bis zum Letter of Internet und das Koordinieren der Due Diligence, bis es zu einem finalen Angebot kommen kann. Vor einem möglichen Closing, muss versucht werden Risiken zu minimieren, Chancen aufzudecken oder Deal Breaker ausfindig zu machen. Die Komplexität ist dabei nicht nur auf die kostenintensiven Vorstufen oder die verschiedenen Akteure zurückzuführen, sondern auf ein essentielles Bottleneck: Relevante Daten und den Datenraum. Nur auf Basis von ausreichenden Informationen beziehungsweise Dokumenten können sämtliche Sorgfaltsprüfungen erfolgen, deren Ergebnisse wiederum in die finale Kalkulation einfließen und somit über die Fortführung oder den Abbruch der Transaktion entscheiden.

Immer diese Daten

Ihre Entscheidungsqualität korreliert zu nahezu 100% mit der Verfügbarkeit, Validität, Granularität und Auffindbarkeit relevanter Daten im zur Verfügung gestellten Datenraum. Die Komponenten, Bauchgefühl und Intention, werden an dieser Stelle, aus gutem Grund, außer Acht gelassen.

Kurz gesprochen: Stellt man Ihnen schlecht aufbereitete Daten zur Verfügung, wird Ihre Entscheidung ebenfalls nicht Ihren qualitativen Ansprüchen genügen können, was zu wenig rentablen Investitionen oder dem Transaktionsabbruch führen kann, sollte der Missstand nicht geheilt werden.

Die Dramatik des Sachverhalts wird im momentan Verkäufermarkt noch verstärkt, indem eine Exklusivitätsklausel gar nicht oder nur kurzzeitig gewährt wird, bevor andere Mitbewerber auch wieder eine Option zum Kauf bekommen können. Dies heißt, sämtliche nötigen Due Diligences, ob Financial, Legal, Tax, Environmental oder Technical müssen zügig erfolgen. Da jedoch bei sensiblen Transaktionskonstrukten oftmals externe Dienstleister beauftragt werden müssen, weil die Aufgabe Inhouse nicht erfüllt oder aus Exkulpierungsgründen erledigt werden kann, ist die Zeit ein erheblich limitierender Faktor.

Der Datenraum – Eine Hassliebe

Vielleicht geht es Ihnen wie vielen anderer Ihrer Kollegen, dass die digitale Dokumentation von Arbeitsschritten sowie deren Ergebnissen als lästige Aufgabe betrachtet wird? Noch problematischer wird es, wenn nur physisch existierende Dokumente eingescannt und an richtiger Stelle abgelegt werden sollen.

So kommt es häufig vor, dass aufgrund mangelnder Zeit oder Lust, manche Daten entweder überhaupt nicht oder nicht an richtiger Stelle abgelegt werden. Trügerisch ist dabei, dass die richtige oder falsche Ablage erst an Tag X, der Bereitstellung eines Datenraumes von einem möglichen Geschäftspartner offengelegt wird.

Fraglich ist jedoch an dieser Stelle, ob der besagte Geschäftspartner eine Nachreichung der Daten fordert, wenn es nicht zwingend erforderlich sein sollte. Dies wiederrum bedeutet, dass manche lückenhaften oder schlecht strukturierten Datenräume nicht erkannt werden. Je länger dies der Fall ist, desto schwieriger wird es sein diese Lücken zu einem späteren Zeitpunkt zu befüllen, die Daten vielleicht gelöscht wurden oder einfach nicht mehr auffindbar sind.

Deshalb ist es von höchster Notwendigkeit sämtliche relevanten Daten sofort an richtiger Stelle abzulegen. Um dies garantieren zu können, ist eine hohe Nutzerfreundlichkeit für die eigenen Mitarbeiter, und natürlich auch externe Nutzer, erforderlich, damit man die Dateneingabe und Dokumentation nicht mehr zu einer mühsamen Aufgabe macht.

Top Faktoren für den Datenraum (Source: IDGuard)

Top Faktoren für den Datenraum (Source: IDGuard)

So gibt es Datenraumlösungen, wie die von iDGARD, welche vor allem auf Nutzerfreundlichkeit und Sicherheit setzen. Ferner gibt es aber auch neue Lösungen, wie die von Architrave, welche sogar Künstliche Intelligenz zum Einsatz bringen, um den Befüllungsprozess zu automatisieren und Fehler zu vermeiden.

Schlussendlich lässt sich sagen, dass es an der Zeit ist sich mit dem Thema Daten, und damit verwandt dem Datenraum, auseinanderzusetzen, um die teilweise fehleranfälligen sowie oftmals antiquierten Geschäftsprozesse in das digitale Zeitalter zu befördern.

„Vertrauen Sie Ihrem Arbeitnehmer!“

Branchenübergreifend gilt auf C-Level Ebene oftmals das Credo: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Das Team um Dr. Wagner & Partner hat sich wieder die Frage gestellt, ob das noch zeitgemäß ist und das Credo kurzerhand um 180° gedreht.

In vorherigen Publikationen, wie z.B. „War for Real Estate Talents – Das will die Generation Y“, „Was sich IT Talente am Arbeitsplatz wünschen“ oder „Flexibles Arbeiten – Ein Blick in die neue Studie von Regus“, konnten wir bereits eruieren, dass die jungen Talente anspruchsvoller geworden sind und sich Arbeitgeber zukünftig, aber auch schon heute, anpassen müssen.

Wieso sollten sich Arbeitgeber anpassen?

Die Antwort ist in der globalisierten und digitalisierten Arbeitswelt zu finden. Junge Top-Talente sind nicht mehr an einen Ort, und somit an einen begrenzten Pool von Arbeitgebern, gebunden, sondern können weltweit tätig werden.

Telearbeit aus dem Home Office (Source: Fancycrave)

Arbeit aus dem Home Office (Source: Fancycrave)

Ferner haben sich die Anreize für Arbeit, weg vom Monetären hin zum Hedonistischen oder Sozial-Bewussten, entwickelt. Dies bedeutet, dass sich unsere Generation Y auch gerne für weniger Lohn in einem spannenden Startup verwirklicht oder sich für das Gemeinschaftswohl einsetzt. Selbstverständlich ist dies nicht für jedermann gültig. Der Arbeitsmarkt ist weiterhin heterogen.

Ein weiterer Faktor sind digitale Kommunikationstools, die es Arbeitnehmern ermöglichen von jedem Ort aus ihre Arbeit so zu erledigen, als seien sie im Office. Dabei existieren verschiedenste Ausprägungen: Von Teil -bis Vollzeit – Home-Office oder gänzlich digitale Nomaden, die dem alten Arbeitskonzept mit Angestelltenverhältnis sowie geregeltem Einkommen den Rücken gekehrt haben (Dazu haben wir im Artikel „Digital Nomads: A Workplace Phenomenon“ berichtet)

Konkret bedeutet dies für Arbeitgeber, auch wenn Sie zu den attraktiven Unternehmen mit herausragenden Bewertungen zählen, dass sich Ihre Wunschtalente nicht mehr zu jeden Konditionen einstellen lassen. Nur wenige Unternehmen haben noch die freie Wahl. Während Sie sich also noch vor fünf Jahren mit einem Angebotsüberhang von Talenten konfrontiert sahen, befinden Sie sich nun branchenabhängig in einem Nachfrageüberhang.

Home Office – Die Niederlande machen es vor!

Zum 01. Juli ist in den Niederlanden ein Gesetz verabschiedet worden, welches dem Arbeitnehmer das Recht auf Home Office zuspricht, solange dies nicht erwiesenermaßen im Konflikt mit der Tätigkeit steht. Dies bedeutet, dass nun der Arbeitgeber in der Beweislast ist und belegen muss, weshalb dezentrale Zusammenarbeit nicht funktionieren kann.

In einer Vielzahl von Berufen wäre eine Arbeit von zu Hause in Voll – oder Teilzeit durchaus möglich. Dabei könnte sich dies für beide Parteien lohnen. Arbeitgeber müssten weniger Officeflächen bereit halten und es gebe weniger in-effiziente Präsenzzeit, die dem Unternehmen nur Geld kosten. Mitarbeiter könnten ihre Aufgabe aus dem Home Office erledigen, müssten im Gegenzug ihre Leistung und Fortschritte in Workflowmanagementtools dokumentieren, wodurch die Produktivität und Transparenz erhöht werden würde.

Darüber hinaus würde so teilweise die zeitraubende Pendelei entfallen. Ihre Mitarbeiter könnten mehr Zeit mit Ihren Familien oder Freunden verbringen, sich neben dem Beruf sportlich betätigen oder kreativ ausleben, was wiederum für eine bessere Work-Life-Balance, weniger Krankheitstage und ein Mehr an kreativem Input für Ihr Unternehmen bedeuten könnte.

Sollte der Kontrollverlust noch unvorstellbar sein und eine Produktivitätsmessung auf Basis des produzierten Outputs nicht genügen, ließen sich auch Heatmaps oder Tastenanschläge am digitalen Arbeitsplatz erstellen beziehungsweise messen.

Schlussplädoyer

Der War for Talents verschärft sich und die Frage nach dem Home Office ist nun keine Seltenheit mehr. Wieso sich also nicht einen Wettbewerbsvorteil als Arbeitgeber sichern, indem man flexible Arbeitskonzepte anbietet, während die Konkurrenz noch zaghaft ist?

Selbstverständlichen lassen sich nicht alle Tätigkeiten aus dem Home Office erledigen oder die notwendigen Sicherheitsstandards können nicht gewährleistet werden, jedoch lässt sich oftmals eine Lösung finden, die für beide Parteien angenehmer ist.

Es ist deshalb sinnvoll sich zu überlegen wie man ein Home-Office Konzept für seine Arbeitnehmer anbieten kann und welche Prozesse im Unternehmen angestoßen werden müssen, um den Weg für eine produktivere Zukunft zu bahnen.

Kürzlich erschien der neue Report „Global Markets Real Estate – Megatrends und ihre Bedeutung für die Entwicklung von Immobilienmärkten“, aus dem Hause der Deutschen Hypo, welcher unter anderem auch das Verschmelzen von Privatleben und Arbeitswelt adressierte. Den vollständigen Bericht können Sie übrigens hier abrufen.

Das Team von Value for Workplaces um Dr. Wagner & Partner hat sich bereits zuvor mit dieser Thematik, in dem Artikel „Wie wird die Arbeitswelt von morgen aussehen?“, beschäftigt, und möchte dies nun vertiefen.

Inhalte der Studie – Ein Überblick

Überaus intelligent war die Herangehensweise der Bündelung einzelner Megatrends, sodass sich die Inhalte der Studie grob in die Themen Globalisierung, Technischer Fortschritt, Nachhaltigkeit und Ökonomie 4.0 unterteilen ließen. Subsummierend ist festzustellen, dass die Marschrichtung klar ist. Voranschreitende Globalisierung führt zu mehr Digitalisierung, aber auch einem erstarkenden Nachhaltigkeitsbewusstsein und dies mündet in spürbaren Veränderungen bezüglich der Wirtschafts – sowie Arbeitswelt von Morgen, was als „New Work“ betitelt wurde.

Bedeutung für die Arbeitswelt von Morgen

In der Studie wird davon ausgegangen, dass die zunehmende Globalisierung sowie Technisierung zu verstärkten Urbanisierungseffekten in strukturstarken Städten führen wird, wobei, im Falle von Deutschland, weniger Arbeitskräfte aufgrund des demographischen Wandels vorhanden sein werden.

Home Office und Privatsphäre? (Source: Pixabay)

Home Office und Privatsphäre? (Source: Pixabay)

Die Technisierung, welche als Ökonomie 4.0 bezeichnet wird, ein Synonym für Industrie 4.0, wird dazu führen, dass Dienstleistungen relevanter werden. Dies gilt insbesondere für kreative oder IT-fokussierte Berufe. Die Studie konstatiert ferner, dass durch die Technisierung eine Dezentralisierung der Arbeit stattfindet, sprich sie nicht mehr orts – sowie zeitgebunden sein wird. Es wird also mehr Arbeitskräfte geben die aus einem lokalen Co-Working Space oder dem Home Office ihr tägliches Pensum erfüllen.

Diesbezüglich gibt es einige Studien, die diesem Arbeitsmodell eine höhere Produktivität beimessen. Auch ist davon auszugehen, dass Mitarbeiter dadurch zufriedener und somit sogar gesünder sind. Dieses Szenario ist durchaus realistisch, wenn man davon ausgeht, dass die technologischen Megatrends nicht zu einem enormen Wegfall an Arbeitskraftnachfrage führen werden.

In Folge der neuen Möglichkeiten rund ums Thema Home Office beziehungsweise dezentraler Arbeit, könnte es zu einem Verschmelzen von Privatsphäre und Arbeitswelt kommen. Ob dies jedoch zu einer positiven Work-Life-Balance führt, sei dahingestellt.

De facto waren Arbeit und Freizeit noch nie voneinander zu trennen, da es stets Rückkopplungen gibt, sei es monetär oder sozial. Aus unserer Sicht bedeutet Work-Life Balance, dass eben nicht das Berufsleben in alle Bereiche des Privatlebens eindringt. Sprich, eine dauerhafte Erreichbarkeit, Emails am Wochenende, unbezahlte Überstunden oder erwartete Deskhours, um Produktivität zu suggerieren, sind allesamt Inhibitoren für eine ausgeglichene Work-Life Balance und sollten vermieden werden. Dies bedeutet, dass die Arbeitswelt der Zukunft eine Gratwanderung meistern muss, um nicht das Privatleben einzunehmen. Arbeitgeber werden also darauf achten müssen, ihrer Belegschaft nicht zu viel abzuverlangen, um nicht die positiven Effekte einer selbstbestimmten dezentralen Arbeitswelt zu unterminieren. Dies ist auch im Zuge des erstarkenden War for Talents wichtig, um gute Arbeitnehmer anzulocken.

Evident ist daher, dass durch eine voranschreitende Digitalisierung die Wohnung immer mehr zu einem Büro werden kann. Dies kann sich auf integrierte Wohn – und Arbeitskonzepte übertragen, sodass die Immobilie der Zukunft Wohnraum, Arbeitsraum, sozialen und aktiven Raum bieten sollte.

Durch Teleworking werden auch periphere Lagen bzw. Randlagen in Städten mit niedrigeren Durchschnittsmieten an Popularität gewinnen, was in Märkten mit einem starken Nachfrageüberhang und heterogen Quartieren zu einer Art Glättung führen könnte.

Was kann man daraus lernen?

Das Szenario der dezentralen, verwobenen Arbeits – & Wohnungswelt ist somit ein mögliches Zukunftsszenario. Daraus lässt sich ableiten, dass Entwicklungen jeder Art eine hohe Reversibilität und Flexibilität aufweisen müssen, um langfristig bestehen zu bleiben. So lohnt es sich also für Entwickler, Architekten, Planer, aber auch Investoren, schon heute über die Immobilie von Morgen nachzudenken und zukunftsträchtige Konzepte auszuarbeiten. Dabei unterstützen wir Sie gerne.

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