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In der Vergangenheit wurde viel über das Paperless Office geschrieben. So kam es, dass bereits in den 70er Jahren  zum ersten Mal über eine zukünftige Arbeitswelt ohne Papier philosophiert wurde. Im Zuge der beginnenden Digitalisierung um die 2000er Jahre rückte das Going Paperless in greifbare Nähe. Kurioserweise wurde dieser Traum bis heute nicht erfüllt.

Da sich das Team um Dr. Wagner und Partner von Value for Workplaces bereits seit geraumer Zeit mit Themen der Digitalisierung sowie ihren Implikationen für die Immobilienwirtschaft beschäftigt, wollten wir in diesem Artikel eruieren wie es um das Paperless Office derzeit bestellt ist.

Was ist das Paperless Office?

Die Bedeutung des Terms liegt augenscheinlich in der einfachen wörtlichen Übersetzung, nämlich dem papierlosen Büro. Diese simplifizierende Interpretation würde jedoch dem Konzept nicht gerecht werden, auch wenn es oftmals extrem vereinfacht dargestellt wird. Aus unserer Sicht ist dies auch einer der Gründe, weshalb sich das Konzept noch nicht durchsetzen konnte.

Das Paperless Office - Eine Utopie (Source: Pixabay)

Das Paperless Office – Eine Utopie? (Source: Pixabay)

Die Intention des Konzepts ist es natürlich, alle Dokumente digital abzuspeichern und die Nutzung von Papier zu verhindern. Als nachhaltig orientiertes Unternehmen oder als umweltbewusste Privatperson liegt der ökologische Vorteil auf der Hand: Es werden weniger Bäume gefällt und generell weniger endliche Ressourcen benötigt.

Auch aus ökonomischer Sicht macht die Papiervermeidung Sinn, denn die einzelnen Druckaufträge im Unternehmen führen kumuliert zu hohen Kosten. Ebenfalls muss bedacht werden, dass im Zuge der Digitalisierung einige Dokumente in Print, aber auch in digitaler Form existieren, diese aber aufgrund unterschiedlicher Bearbeitungsstadien und Nichtsynchronisierung unterschiedlich sind. Dies führt dazu, dass man oft nicht weiß welches Dokument aktuell ist, wer es abgeändert hat und wo die aktuelle Version abgelegt wurde. In Zeiten, in denen auch die Immobilienwirtschaft von Big Data träumt und sich langsam an das Thema herantastet, scheinen solche Datenbrüche nicht förderlich.

Probleme beim Going Paperless

Eines der Probleme ist, wie bereits angesprochen, die Vereinfachung des Konzepts. Viele Umsetzungen scheiterten in der Vergangenheit daran, dass das Management eine Umstellung beschlossen hatte, ohne die Gründe dafür zu kommunizieren oder Papiervermeidung von Mitarbeitern zu begünstigen. Ein klassischer Fall für Change Management, worüber Sie übrigens in den Artikeln Change Management 101 – Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser  und Change Management im technologischen Wandel – Wenn Arbeitsplätze redundant werden  lesen können.

Wie kann es funktionieren?

Es müssen Datenmanagementsysteme sowie Datenbankenstrukturen geschaffen werden, die sich durch eine hohe Nutzerfreundlichkeit auszeichnen und somit den Umstieg zum rein digitalen Datenmanagement vereinfachen. In dem Artikel Daten, Datenräume & Sicherheit  haben wir über den sicheren Umgang mit den Daten berichtet.

Gerade bei solchen digitalen, teils komplexen Transformationsprozessen ist eine transparente Kommunikation und auch Training bezüglich neuer, IT gestützter Prozesse unabdingbar. Ihre Mitarbeiter müssen erfahren, wie sich eine Einsparung positiv, aus ökonomischen sowie ökologischen Gründen, für das eigene Unternehmen auswirken würde.

Es gilt eine Strategie auszuarbeiten, wie Sie stufenweise Papiernutzung einschränken können, ohne Ihre Geschäftsprozesse zu stören oder Mitarbeiter zu überfordern. Sukzessive können Sie Ihr Unternehmen zum Paperless Office transformieren und nur noch wirklich notwendige Dokumente drucken. Dafür muss es selbstverständlich einen unternehmenseigenen Online Guide geben, der klar definiert was gedruckt und wo abgelegt werden muss (z.B. aus rechtlichen Gründen). So ist es denkbar, dass die Künstliche Intelligenz irgendwann diese Tätigkeit übernehmen wird und automatisiert entscheidet welche Dokumente dringend in Print existieren müssen.

Eine Überlegung Wert

Die Benefits von Kosteneinsparung über eine bessere Ökobilanz Ihres Unternehmens haben wir bereits adressiert. Ein weitere wichtiger Gesichtspunkt ist jedoch, dass Studien gezeigt haben, dass sich gerade junge IT-Talente einen digitalen Arbeitsplatz wünschen und nannten explizit das Paperless Office als Kriterium für eine Arbeitgeberwahl. Wie groß dieser Einfluss in der Realität ist, vermag niemand zu sagen, jedoch zeigt es auf, dass sich die Ansprüche gewandelt haben.

 

Es kommt langsam Bewegung in die Digitalisierung der Immobilienbranche. Und so entstehen immer mehr PropTechs beziehungsweise CRETechs, also Startups mit digitalen, immobilienwirtschaftlichen Geschäftsmodellen, die unsere Branche verändern wollen (siehe Gewerbe Quadrat). Manche Vordenker   sind gar der Meinung, dass es keine Prozesse gibt, die durch Technologien nicht optimiert werden könnten. So verwundert es wenig, dass nun auch der Transaktionsprozess in den Fokus der neuen Riege drängt. Aus diesem Grund haben wir bei Dr. Wagner & Partner uns ebenfalls entschlossen, auf das Thema einzugehen.

Ein langer Weg, mit hohen Kosten

Sie kennen es vermutlich selbst. Die Komplexität eines Transaktionsprozesses, begonnen bei der Suche nach dem passenden Objekt oder geeigneten Käufern, der Initialprüfung nach offensichtlichen K.O. Kriterien, die Verhandlungen bis zum Letter of Internet und das Koordinieren der Due Diligence, bis es zu einem finalen Angebot kommen kann. Vor einem möglichen Closing, muss versucht werden Risiken zu minimieren, Chancen aufzudecken oder Deal Breaker ausfindig zu machen. Die Komplexität ist dabei nicht nur auf die kostenintensiven Vorstufen oder die verschiedenen Akteure zurückzuführen, sondern auf ein essentielles Bottleneck: Relevante Daten und den Datenraum. Nur auf Basis von ausreichenden Informationen beziehungsweise Dokumenten können sämtliche Sorgfaltsprüfungen erfolgen, deren Ergebnisse wiederum in die finale Kalkulation einfließen und somit über die Fortführung oder den Abbruch der Transaktion entscheiden.

Immer diese Daten

Ihre Entscheidungsqualität korreliert zu nahezu 100% mit der Verfügbarkeit, Validität, Granularität und Auffindbarkeit relevanter Daten im zur Verfügung gestellten Datenraum. Die Komponenten, Bauchgefühl und Intention, werden an dieser Stelle, aus gutem Grund, außer Acht gelassen.

Kurz gesprochen: Stellt man Ihnen schlecht aufbereitete Daten zur Verfügung, wird Ihre Entscheidung ebenfalls nicht Ihren qualitativen Ansprüchen genügen können, was zu wenig rentablen Investitionen oder dem Transaktionsabbruch führen kann, sollte der Missstand nicht geheilt werden.

Die Dramatik des Sachverhalts wird im momentan Verkäufermarkt noch verstärkt, indem eine Exklusivitätsklausel gar nicht oder nur kurzzeitig gewährt wird, bevor andere Mitbewerber auch wieder eine Option zum Kauf bekommen können. Dies heißt, sämtliche nötigen Due Diligences, ob Financial, Legal, Tax, Environmental oder Technical müssen zügig erfolgen. Da jedoch bei sensiblen Transaktionskonstrukten oftmals externe Dienstleister beauftragt werden müssen, weil die Aufgabe Inhouse nicht erfüllt oder aus Exkulpierungsgründen erledigt werden kann, ist die Zeit ein erheblich limitierender Faktor.

Der Datenraum – Eine Hassliebe

Vielleicht geht es Ihnen wie vielen anderer Ihrer Kollegen, dass die digitale Dokumentation von Arbeitsschritten sowie deren Ergebnissen als lästige Aufgabe betrachtet wird? Noch problematischer wird es, wenn nur physisch existierende Dokumente eingescannt und an richtiger Stelle abgelegt werden sollen.

So kommt es häufig vor, dass aufgrund mangelnder Zeit oder Lust, manche Daten entweder überhaupt nicht oder nicht an richtiger Stelle abgelegt werden. Trügerisch ist dabei, dass die richtige oder falsche Ablage erst an Tag X, der Bereitstellung eines Datenraumes von einem möglichen Geschäftspartner offengelegt wird.

Fraglich ist jedoch an dieser Stelle, ob der besagte Geschäftspartner eine Nachreichung der Daten fordert, wenn es nicht zwingend erforderlich sein sollte. Dies wiederrum bedeutet, dass manche lückenhaften oder schlecht strukturierten Datenräume nicht erkannt werden. Je länger dies der Fall ist, desto schwieriger wird es sein diese Lücken zu einem späteren Zeitpunkt zu befüllen, die Daten vielleicht gelöscht wurden oder einfach nicht mehr auffindbar sind.

Deshalb ist es von höchster Notwendigkeit sämtliche relevanten Daten sofort an richtiger Stelle abzulegen. Um dies garantieren zu können, ist eine hohe Nutzerfreundlichkeit für die eigenen Mitarbeiter, und natürlich auch externe Nutzer, erforderlich, damit man die Dateneingabe und Dokumentation nicht mehr zu einer mühsamen Aufgabe macht.

Top Faktoren für den Datenraum (Source: IDGuard)

Top Faktoren für den Datenraum (Source: IDGuard)

So gibt es Datenraumlösungen, wie die von iDGARD, welche vor allem auf Nutzerfreundlichkeit und Sicherheit setzen. Ferner gibt es aber auch neue Lösungen, wie die von Architrave, welche sogar Künstliche Intelligenz zum Einsatz bringen, um den Befüllungsprozess zu automatisieren und Fehler zu vermeiden.

Schlussendlich lässt sich sagen, dass es an der Zeit ist sich mit dem Thema Daten, und damit verwandt dem Datenraum, auseinanderzusetzen, um die teilweise fehleranfälligen sowie oftmals antiquierten Geschäftsprozesse in das digitale Zeitalter zu befördern.

„Vertrauen Sie Ihrem Arbeitnehmer!“

Branchenübergreifend gilt auf C-Level Ebene oftmals das Credo: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Das Team um Dr. Wagner & Partner von Value for Workplaces hat sich wieder die Frage gestellt, ob das noch zeitgemäß ist und das Credo kurzerhand um 180° gedreht.

In vorherigen Publikationen, wie z.B. „War for Real Estate Talents – Das will die Generation Y“, „Was sich IT Talente am Arbeitsplatz wünschen“ oder „Flexibles Arbeiten – Ein Blick in die neue Studie von Regus“, konnten wir bereits eruieren, dass die jungen Talente anspruchsvoller geworden sind und sich Arbeitgeber zukünftig, aber auch schon heute, anpassen müssen.

Wieso sollten sich Arbeitgeber anpassen?

Die Antwort ist in der globalisierten und digitalisierten Arbeitswelt zu finden. Junge Top-Talente sind nicht mehr an einen Ort, und somit an einen begrenzten Pool von Arbeitgebern, gebunden, sondern können weltweit tätig werden.

Telearbeit aus dem Home Office (Source: Fancycrave)

Arbeit aus dem Home Office (Source: Fancycrave)

Ferner haben sich die Anreize für Arbeit, weg vom Monetären hin zum Hedonistischen oder Sozial-Bewussten, entwickelt. Dies bedeutet, dass sich unsere Generation Y auch gerne für weniger Lohn in einem spannenden Startup verwirklicht oder sich für das Gemeinschaftswohl einsetzt. Selbstverständlich ist dies nicht für jedermann gültig. Der Arbeitsmarkt ist weiterhin heterogen.

Ein weiterer Faktor sind digitale Kommunikationstools, die es Arbeitnehmern ermöglichen von jedem Ort aus ihre Arbeit so zu erledigen, als seien sie im Office. Dabei existieren verschiedenste Ausprägungen: Von Teil -bis Vollzeit – Home-Office oder gänzlich digitale Nomaden, die dem alten Arbeitskonzept mit Angestelltenverhältnis sowie geregeltem Einkommen den Rücken gekehrt haben (Dazu haben wir im Artikel „Digital Nomads: A Workplace Phenomenon“ berichtet)

Konkret bedeutet dies für Arbeitgeber, auch wenn Sie zu den attraktiven Unternehmen mit herausragenden Bewertungen zählen, dass sich Ihre Wunschtalente nicht mehr zu jeden Konditionen einstellen lassen. Nur wenige Unternehmen haben noch die freie Wahl. Während Sie sich also noch vor fünf Jahren mit einem Angebotsüberhang von Talenten konfrontiert sahen, befinden Sie sich nun branchenabhängig in einem Nachfrageüberhang.

Home Office – Die Niederlande machen es vor!

Zum 01. Juli ist in den Niederlanden ein Gesetz verabschiedet worden, welches dem Arbeitnehmer das Recht auf Home Office zuspricht, solange dies nicht erwiesenermaßen im Konflikt mit der Tätigkeit steht. Dies bedeutet, dass nun der Arbeitgeber in der Beweislast ist und belegen muss, weshalb dezentrale Zusammenarbeit nicht funktionieren kann.

In einer Vielzahl von Berufen wäre eine Arbeit von zu Hause in Voll – oder Teilzeit durchaus möglich. Dabei könnte sich dies für beide Parteien lohnen. Arbeitgeber müssten weniger Officeflächen bereit halten und es gebe weniger in-effiziente Präsenzzeit, die dem Unternehmen nur Geld kosten. Mitarbeiter könnten ihre Aufgabe aus dem Home Office erledigen, müssten im Gegenzug ihre Leistung und Fortschritte in Workflowmanagementtools dokumentieren, wodurch die Produktivität und Transparenz erhöht werden würde.

Darüber hinaus würde so teilweise die zeitraubende Pendelei entfallen. Ihre Mitarbeiter könnten mehr Zeit mit Ihren Familien oder Freunden verbringen, sich neben dem Beruf sportlich betätigen oder kreativ ausleben, was wiederum für eine bessere Work-Life-Balance, weniger Krankheitstage und ein Mehr an kreativem Input für Ihr Unternehmen bedeuten könnte.

Sollte der Kontrollverlust noch unvorstellbar sein und eine Produktivitätsmessung auf Basis des produzierten Outputs nicht genügen, ließen sich auch Heatmaps oder Tastenanschläge am digitalen Arbeitsplatz erstellen beziehungsweise messen.

Schlussplädoyer

Der War for Talents verschärft sich und die Frage nach dem Home Office ist nun keine Seltenheit mehr. Wieso sich also nicht einen Wettbewerbsvorteil als Arbeitgeber sichern, indem man flexible Arbeitskonzepte anbietet, während die Konkurrenz noch zaghaft ist?

Selbstverständlichen lassen sich nicht alle Tätigkeiten aus dem Home Office erledigen oder die notwendigen Sicherheitsstandards können nicht gewährleistet werden, jedoch lässt sich oftmals eine Lösung finden, die für beide Parteien angenehmer ist.

Es ist deshalb sinnvoll sich zu überlegen wie man ein Home-Office Konzept für seine Arbeitnehmer anbieten kann und welche Prozesse im Unternehmen angestoßen werden müssen, um den Weg für eine produktivere Zukunft zu bahnen.

Kürzlich erschien der neue Report „Global Markets Real Estate – Megatrends und ihre Bedeutung für die Entwicklung von Immobilienmärkten“, aus dem Hause der Deutschen Hypo, welcher unter anderem auch das Verschmelzen von Privatleben und Arbeitswelt adressierte. Den vollständigen Bericht können Sie übrigens hier abrufen.

Das Team von Value for Workplaces um Dr. Wagner & Partner hat sich bereits zuvor mit dieser Thematik, in dem Artikel „Wie wird die Arbeitswelt von morgen aussehen?“, beschäftigt, und möchte dies nun vertiefen.

Inhalte der Studie – Ein Überblick

Überaus intelligent war die Herangehensweise der Bündelung einzelner Megatrends, sodass sich die Inhalte der Studie grob in die Themen Globalisierung, Technischer Fortschritt, Nachhaltigkeit und Ökonomie 4.0 unterteilen ließen. Subsummierend ist festzustellen, dass die Marschrichtung klar ist. Voranschreitende Globalisierung führt zu mehr Digitalisierung, aber auch einem erstarkenden Nachhaltigkeitsbewusstsein und dies mündet in spürbaren Veränderungen bezüglich der Wirtschafts – sowie Arbeitswelt von Morgen, was als „New Work“ betitelt wurde.

Bedeutung für die Arbeitswelt von Morgen

In der Studie wird davon ausgegangen, dass die zunehmende Globalisierung sowie Technisierung zu verstärkten Urbanisierungseffekten in strukturstarken Städten führen wird, wobei, im Falle von Deutschland, weniger Arbeitskräfte aufgrund des demographischen Wandels vorhanden sein werden.

Home Office und Privatsphäre? (Source: Pixabay)

Home Office und Privatsphäre? (Source: Pixabay)

Die Technisierung, welche als Ökonomie 4.0 bezeichnet wird, ein Synonym für Industrie 4.0, wird dazu führen, dass Dienstleistungen relevanter werden. Dies gilt insbesondere für kreative oder IT-fokussierte Berufe. Die Studie konstatiert ferner, dass durch die Technisierung eine Dezentralisierung der Arbeit stattfindet, sprich sie nicht mehr orts – sowie zeitgebunden sein wird. Es wird also mehr Arbeitskräfte geben die aus einem lokalen Co-Working Space oder dem Home Office ihr tägliches Pensum erfüllen.

Diesbezüglich gibt es einige Studien, die diesem Arbeitsmodell eine höhere Produktivität beimessen. Auch ist davon auszugehen, dass Mitarbeiter dadurch zufriedener und somit sogar gesünder sind. Dieses Szenario ist durchaus realistisch, wenn man davon ausgeht, dass die technologischen Megatrends nicht zu einem enormen Wegfall an Arbeitskraftnachfrage führen werden.

In Folge der neuen Möglichkeiten rund ums Thema Home Office beziehungsweise dezentraler Arbeit, könnte es zu einem Verschmelzen von Privatsphäre und Arbeitswelt kommen. Ob dies jedoch zu einer positiven Work-Life-Balance führt, sei dahingestellt.

De facto waren Arbeit und Freizeit noch nie voneinander zu trennen, da es stets Rückkopplungen gibt, sei es monetär oder sozial. Aus unserer Sicht bedeutet Work-Life Balance, dass eben nicht das Berufsleben in alle Bereiche des Privatlebens eindringt. Sprich, eine dauerhafte Erreichbarkeit, Emails am Wochenende, unbezahlte Überstunden oder erwartete Deskhours, um Produktivität zu suggerieren, sind allesamt Inhibitoren für eine ausgeglichene Work-Life Balance und sollten vermieden werden. Dies bedeutet, dass die Arbeitswelt der Zukunft eine Gratwanderung meistern muss, um nicht das Privatleben einzunehmen. Arbeitgeber werden also darauf achten müssen, ihrer Belegschaft nicht zu viel abzuverlangen, um nicht die positiven Effekte einer selbstbestimmten dezentralen Arbeitswelt zu unterminieren. Dies ist auch im Zuge des erstarkenden War for Talents wichtig, um gute Arbeitnehmer anzulocken.

Evident ist daher, dass durch eine voranschreitende Digitalisierung die Wohnung immer mehr zu einem Büro werden kann. Dies kann sich auf integrierte Wohn – und Arbeitskonzepte übertragen, sodass die Immobilie der Zukunft Wohnraum, Arbeitsraum, sozialen und aktiven Raum bieten sollte.

Durch Teleworking werden auch periphere Lagen bzw. Randlagen in Städten mit niedrigeren Durchschnittsmieten an Popularität gewinnen, was in Märkten mit einem starken Nachfrageüberhang und heterogen Quartieren zu einer Art Glättung führen könnte.

Was kann man daraus lernen?

Das Szenario der dezentralen, verwobenen Arbeits – & Wohnungswelt ist somit ein mögliches Zukunftsszenario. Daraus lässt sich ableiten, dass Entwicklungen jeder Art eine hohe Reversibilität und Flexibilität aufweisen müssen, um langfristig bestehen zu bleiben. So lohnt es sich also für Entwickler, Architekten, Planer, aber auch Investoren, schon heute über die Immobilie von Morgen nachzudenken und zukunftsträchtige Konzepte auszuarbeiten. Dabei unterstützen wir Sie gerne.

Essentiell für die Digitale Transformation sowie die Technisierung der Arbeitswelt sind gute Mitarbeiter in der IT. Diese wurden oftmals als lichtscheue Nerds karikiert, die nur ihren Rechner und viel Kaffee brauchen. Die Zeiten haben sich jedoch geändert und die „Nerds“ von gestern sind die Vorgesetzten von Morgen. Auch in der Immobilienbranche, die langsam aus dem technologischen Winterschlaf erwacht, breitet sich ein Bewusstsein für IT, Digitalisierung und Innovation langsam aus. Deshalb hat sich das Team um Dr. Wagner & Partner von Value for Workplaces die Frage gestellt, was die IT-Talente in einer zukünftigen Arbeitswelt wünschen.

Ohne IT keine Zukunft (Source: Pixabay)

Ohne IT keine Zukunft (Source: Pixabay)

Talente & Perfekter Arbeitsplatz von Morgen

Basierend auf einer Studie mit 273 befragten IT-Spezialisten der Online-Karriereseite Dice, möchten wir Ihnen die Wünsche bezüglich der perfekten Arbeitswelt vorstellen. Fast 50 Prozent der Studienteilnehmer konstatierten, dass der persönliche Arbeitsplatz sehr stark mit dem individuellen Wohlbefinden korreliert, was auch mit anderen Studien und Umfragen deckungsgleich ist.

42 Prozent der Befragten gaben an, dass innovative Raum – sowie Arbeitskonzepte wichtig seien, weshalb die Räumlichkeiten von Google, Pixar oder AirBnB als Benchmark genannt wurden. Dabei wurden nicht nur die technologische Gestaltung, sondern auch weitere Zusatzleistungen wie gute Verpflegung, Ruhezonen, technikfreie Bereiche und Leisure Aktivitäten erwähnt. Dem Berufsfeld entsprechend, werden Whiteboards, Virtual Reality Meetings oder Paperless Office ebenfalls gewünscht, was in den meisten Unternehmen noch unerreicht ist.

Noch extremer ist die Einschätzung von 21 Prozent der Teilnehmer, die angaben, dass 2025 vermutlich keine konventionellen Büros notwendig sein werden. Diese Szenarien wurden von uns ebenfalls in den Beiträgen, Die Zukunft der Arbeit und Change Management im technologischen Wandel – Wenn Arbeitsplätze redundant werden.

Interessant ist, dass davon ausgegangen wird, dass biometrische Sicherheitsverfahren wie Gesichtserkennung oder Fingerabdruckscans in den Arbeitsalltag Einzug halten werden.

Wir haben uns bereits zuvor die Frage erörtert was sich die anspruchsvolle, manchmal als hedonistisch verrufene Generation Y, von einem Arbeitgeber bzw. der perfekten Arbeitswelt der Zukunft, erwartet – War of Real Estate Talents – Das will die Generation Y. Dabei wurde deutlich, dass sich die zukünftigen Talente nicht nur durch monetäre Anreize begeistern lassen, sondern weiche Komponenten und Flexibilität erheblich an Bedeutung gewonnen haben, was auf die Studie von Dice bestätigt.

Ein neuer Artikel der Immobilien Zeitung hat ebenfalls das Thema, jedoch mit Fokus auf Immobilien Absolventen, adressiert und verdeutlicht, dass weiterhin verschiedene Lager existieren, die sich in Großraum und Individualarbeitsplatz aufteilen.

Aus Gesprächen mit Top-Talenten der University of Reading sowie der International Real Estate Business School, können wir sagen, dass sich die wenigsten High-Performer ein Großraum Office wünschen. Dies ist auch kohärent mit diversen Studien von Deloitte, PWC oder Fraunhofer. Herr Beyerle hat Recht, wenn er Open Space und Kommunikation ins Spiel bringt, jedoch schaffen es die wenigsten Unternehmen ein Officekonzept zu entwickeln, dass so nutzerorientiert wie bei Google, Facebook & Co. ist.

Die Analogie Co-Working ist aus unserer Sicht nicht immer zutreffend, da sich Co-Working Nutzer aktiv für einen Space entscheiden, unternehmerisch und kommunikativ sind, wohingegen diese wichtigen Parameter nicht auf einen Angestellten zutreffen müssen. Ebenso hängt es von der Tätigkeit ab. Unser Artikel What Do Entrepreneurs Really Want In A Co-working Space? hat deutlich gemacht wie hoch die Ansprüche an einen guten Co-Working Space sind. Corporates, die dies ist momentan erfüllen sind noch ein statistischer Outlier.

Das Fazit – Workplace der Zukunft

Es spielt eigentlich also keine Rolle aus welchem Bereich die Talente kommen, ob Real Estate oder IT, die Angestellten von Morgen wünschen sich nicht nur mehr Flexibilität, kreativen Spielraum und produktivitätssteigernde Technologien, sondern auch Rückzugsorte und andere Services, die das Wohlbefinden steigern. Unternehmen müssen demnach umdenken, wenn sie für gute Absolventen und Talente attraktiv sein wollen.

Heute stellt Ihnen das Team von Value for Workplaces um Dr. Wagner & Partner eine neue Studie von Regus zum Thema Flexibilität am Arbeitsplatz vor. Die Quintessenz ist dabei ganz klar: Flexibilität ist heute für Arbeitnehmer wichtiger denn je. Im klassischen War for Talents müssen sich also Arbeitgeber einiges einfallen lassen, denn die Ergebnisse der Studie sprechen für sich.

Die Studie – Regus zeigt auf was gewollt ist

Circa 50 Prozent der Studienteilnehmer ließen verlautbaren, dass sie ein Arbeitsangebot ausschlagen würden, wenn diese ein zu rigides Arbeitsmodell vorschreiben würden. Flexibles Arbeiten ist somit enorm wichtig für weite Teile der Arbeitnehmerschaft. Mit einer Teilnehmerzahl von 40.000 Menschen scheinen die Ergebnisse auch signifikant zu sein, wobei lokale und kulturelle Unterschiede mit Sicherheit vorherrschend sind.

Besonders wichtig war den Befragten die Nähe zu den eigenen vier Wänden. Grund hierfür war neben der offensichtlichen Zeitersparnis auch die Möglichkeit zu Fuß oder per Fahrrad an den Arbeitsplatz gelangen zu können und sich somit gleich physisch zu betätigen. Dieser Faktor trägt laut Studienergebnissen zu einem subjektiv besseren sowie gesünderem Lebensgefühl bei.

Stress am Arbeitsplatz (Quelle: Antoine Beauvillian)

Stress am Arbeitsplatz (Quelle: Antoine Beauvillain)

Fast noch relevanter war, dass die Befragten angaben durch den kürzeren Arbeitsweg mehr Zeit mit ihren Liebsten verbringen zu können. Die positive Work-Life-Balance, sprich die Ausgeglichenheit von Privatem und Beruflichem, ist demzufolge ein kritischer Faktor. 73 Prozent der Studienteilnehmer erklärten, dass sie durch das Mehr an Flexibilität mehr Freizeit hätten und somit ein ausgeglichenes Privatleben möglich sei.

Jedoch wurden in der Studie nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch deren Arbeitgeber gefragt. Diese sprachen sich auch für vermehrte Flexibilität aus. So gaben über 50 Prozent der Arbeitgeberseite an, dass ihre Belegschaft durch die verminderte Pendelei ausgeruhter sei und weniger krankheitsbedingte Ausfälle zu verzeichnen seien. Sogar 85 Prozent stellten fest, dass ihre Angestellten mehr Zeit in körperliche Ertüchtigung investierten, welche auch den klassischen Bürokrankheiten wie Rückenschmerzen entgegenwirken würden.

Der kritische Faktor war jedoch stets die Familie und die Zeit mit Freunden. Über 60 Prozent der Teilnehmer gaben demnach an, einen Job auszuschlagen, der ihnen nicht den nötigen Freiraum bieten würde.

Grund für diese Entwicklung könnte sein, dass die zunehmende Vernetzung und Erreichbarkeit zu einem höheren wahrgenommenen Stress führt, dem nur durch ein flexibleres Arbeitsmodell entgegengewirkt werden könne. Noch vor 20 Jahren war es schier unmöglich seinen Angestellten mit einer Email oder gar per Whatsapp – Nachricht am Feierabend, im Urlaub oder am Wochenende zu erreichen. Bei manchen Berufsgruppen ist dies nun aber die Norm und das Arbeitstelefon ein nicht wegzudenkendes Instrument. Gerade die Generation Y bemängelt das Verschwimmen von Arbeit sowie Freizeit.

Die Wünsche der Generation Y

Jedoch wandeln sich offensichtlich die Vorstellungen eines perfekten Arbeitsverhältnisses. Die Angestellten von morgen und die heutigen Angestellten wissen um den Nachfrageüberhang nach qualifizierten Mitarbeitern. Gehört man zu der Gruppe von High Potentials, die nicht wegzurationalisieren sind hat man dementsprechend Verhandlungsmacht.

In unserem Artikel War for Real Estate Talents – Das will die Generation Y haben wir bereits auf diese Entwicklung hingewiesen. In diesem Artikel bestätigten die Studienergebnisse aus dem Hause Catella die Aussagen der heutigen Regus-Studie.

Die Generation Y, aber auch darüber hinaus, definiert sich nicht mehr nur über den beruflichen Erfolg, sondern möchte sich auch selbstverwirklichen. Der Beruf soll zudem Abwechslung bieten und zeitgleich ein gutes Leben ermöglichen. Alle Generationen eint der Wunsch nach einem Familienleben. Die junge Generation ist mehr hedonistisch veranlagt, wohingegen die älteren Generationen mehr Disziplin und Autoritätssinn eint. Ebenso unterschieden sich die Motivatoren im Arbeitsleben. Für die ältere Generation steht klar der monetäre Aspekt im Vordergrund, während für die Nachwuchstalente mehr die Selbstverwirklichung im Vordergrund steht.

Deshalb stellen wir fest, dass sich Arbeitgeber an die Wünsche der Belegschaft anpassen müssen, wenn sie ihre Wunschmitarbeiter anlocken, aber eben auch halten wollen. Flexible Arbeitsmodelle, die Möglichkeit zu Telearbeit und ein attraktives Paket an Zusatzleistungen sowie Weiterbildungsmöglichkeiten sind von daher eine Notwendigkeit für vorausschauende Arbeitgeber.

Es steht außer Frage, dass Coworking kein Buzzword ist, sondern in unser Arbeitsleben Einzug gehalten hat. In unserem Blog „What Do Entrepreneurs Really Want In A Co-working Space?“  hat sich das Team von Value for Workplaces bereits mit dem Thema dezidiert beschäftigt. Es wurden Unternehmer aus dem United Kingdom, Deutschland und weiteren Ländern, nach ihren Präferenzen bezüglich eines perfekten Coworking Spaces befragt.

Unsere Umfrage ergab, dass ein optimal gestalteter Coworking Space neben schnellem Internet, flexiblen Mietvertragslaufzeiten, höhenverstellbaren Tischen, bequemen Stühlen, auch ruhige Zonen, Konferenzräume und weitere Annehmlichkeiten bieten sollte. Die meisten Angebote in Deutschland konnten damals die Anforderungen nicht wirklich erfüllen, wobei sich der Markt innerhalb des letzten Jahres sehr stark entwickelt hat. Der positive Trend wird durch eine höhere Anzahl von Digital Natives und dem Wunsch nach einer angenehmeren Work-Life-Balance begünstigt. Auch Studien von Catella Research untermauern unsere Einschätzungen.

The Perfect Co-working Space for Startups

The Perfect Co-working Space for Startups (Source: Viktor Weber)

Nun hat eine aktuelle Studie von Regus aufgezeigt, dass die Arbeit im Coworking Space die Work-Life-Balance verbessert. So wird postuliert, dass der Spagat zwischen Berufsleben und Privatem bei Coworkern sehr gut funktioniert. Die Freiheit bezüglich der Standortwahl erlaubt es den Coworkern näher an den für sie wichtigen Orten zu sein. Der Weg ins Fitnessstudio, zur Familie oder anderen Orten kann so verkürzt werden. Ebenso können Berufstätige, die nicht an ein Büro gebunden sind, der potentiellen Einsamkeit des Homeoffice entfliehen.

30% der Befragten gaben an, dass durch Coworking der Stresspegel reduziert werden würde. Dies ist in Anbetracht der ständigen Verfügbarkeit, raschen Kommunikation und zunehmender Vernetzung ein wichtiger Faktor, um die subjektiv wahrgenommene Work-Life-Balance zu optimieren.

Ebenso wurde der soziale Kontakt im Coworking Space von 68% der Umfrageteilnehmer für positiv befunden. Sie gaben an dadurch vielseitigere Freundschaften zu haben. Ein weiterer Benefit ist auch, dass man im Coworking Space mit anderen Berufsgruppen in Berührung kommt und sich über verschiedene Problemstellungen aus unterschiedlichen Perspektiven austauschen kann, was meist zu überdurchschnittlichen guten Lösungen führt. Dies ist auch der Grund, weshalb innovative Unternehmen wie Google interdisziplinäre Teams fördern und einen ähnlichen Ansatz in ihrem Office haben, wie in einem Coworking Space. Es gibt mehr Arbeitsbereiche als Angestellte, keine festgeschriebenen Plätze und viele Annehmlichkeiten, die auf dem Wunschzettel der befragten Coworker aus unserer Studie standen.

Coworking - Work Cube (Source: Pexels)

Coworking – Work Cube (Source: Pexels)

Die Studie von Regus ergab weiterhin, dass 65% der Befragten einen besseren Zugriff zu Technologien sowie einem stabileren Internet hätten, wobei dies auch im Homeoffice oder einem konventionellen Büro möglich ist. Hervorzuheben ist, dass in einem Coworking Space neben dem eigenen Arbeitsplatz sowie der Möglichkeit zum Austausch mit Gleichgesinnten, gut ausgestattete Konferenzräume sind oder Smartboards für Meetings, die man am heimischen Arbeitsplatz vermisst.

Das Team um Dr. Wagner & Partner geht daher davon aus, dass Coworking ein immobilienwirtschaftlicher Wachstumsmarkt mit erheblichem Potential in Deutschland ist. Dabei ist zu betonen, dass Coworking nicht nur für Startups und Freiberufler interessant ist, sondern auch für schlank operierende, etablierte Unternehmen, deren Mitarbeiter durch mehr Flexibilität und kreativen Austausch eine angenehmere Work-Life-Balance haben sollen.

Wie immer stehen wir Ihnen mit Rat und Tat zur Seite, wenn es um die optimale Konzipierung Ihres Offices oder Coworking Spaces geht. Zögern Sie auch nicht, uns Ihre Fragen in den Kommentaren zu schicken, oder kontaktieren Sie uns hier.

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